Presse - Carlos Bica & Azul
- "Look What they've Done To My Song"
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Jazzpodium:
Carlos Bica & Azul - "Look what they´ve done to my song"
Der
dritte "Azul"-Streich des derzeit hoch gehandelten portugiesischen
Bassisten Carlos Bica bleibt dem Konzept der Zusammenarbeit mit Frank
Möbus, g, und Jim Black, dr, einerseits treu, durchdringt dabei andererseits
die Ingredienzien zur Mitte hin. Die Mischung aus ironisch unterkühlter
Rockgitarre, differenziertem Jazz und subtilem Groove, portugiesischen,
sephardischen und nordafrikanischen Folk-Elementen lässt in ihrer
magischen Songwirkung alle Schubladen offen stehen, entwickelt eine fast
tranceartige, gelinde groovende Doppelsinnigkeit, der sich zu entziehen
je schwerer fällt, desto länger sie andauert.
Begierde und Mystik, Lyrizismen und Distanz, südländische Leichtigkeit,
Flower Power und ein Touch von Downtown-Hipness verbinden sich zu einem
unverwechselbaren Sound, der die Hektik der Metropolis am Strande von
Lagos sachte auflaufen lässt, da, wo die rauen Winde des Atlantik
den Entdeckergeist wecken und im leichten Charme mediterraner Lebensart
beflügeln zu schöpferischer Heiterkeit.
Tobias Böcker
Jazzdimensions:
Carlos Bica & Azul - "Look what they´ve done to my song"
Unbeeindruckt von den vielen Lobeshymnen auf ihre letzten beiden Alben,
haben sich der portugiesische Bassist Carlos Bica, der Berliner Gitarrist
Frank Möbus und der New Yorker Drummer Jim Black, alias Azul, erneut ins
Studio begeben, um völlig unbefangen ihren neuesten Streich einzuspielen.
Entsprechend frisch und entspannt, spaßig und groovig fühlt sich das Gehörte
auf "Look what they´ve done to my song" auch an.
C.
Bica & Azul - "Look what they´ve done to my song"
So erfrischend wie die Interpretation des Titel-Stücks, gemeint ist der
70er Jahre Hit der Hippie-Ikone Melanie, ist auch der Rest der Platte.
Lyrisch-Melancholisches, was viele hierzulande mit Carlos Bica verbinden,
gibt es in dieser Form nur am Ende. Auf seinen unvergleichlich schönen
gestrichenen Bass muss man bis zu dem letzten Stück "Durme" warten. Was
nicht heißen soll, das "Durme" das einzige Highlight der CD darstellt
– davon gibt es noch einige andere. Nur, dass sich Carlos Bica hier auf
angenehme Weise als Leader im Hintergrund hält und dadurch Frank Möbus
viel Raum gibt, um sich seinen verschiedenen Lieblingsspielweisen hinzugeben,
mal rockig, mal funky, mal einfach nur jazzig-experimentell. So, wie man
ihn eben kennt und liebt. Jim Black klinkt sich fast unmerklich in dieses
Kaleidoskop unterschiedlicher Stilrichtungen ein und hält sich ebenfalls
im Hintergrund, das allerdings auf sehr eindrucksvolle Weise.
Und so bleibt als Fazit nur zu sagen: auch die dritte CD von Azul ist
wieder einmal sehr gelungen, macht auf intelligente Weise großen Spaß
und eignet sich hervorragend für lange Autofahrten entlang jeder beliebigen
Straße des Mittelmeers.
Katja Duregger
Jazzzeitung:
Ein Trio voller Zuneigung
Carlos Bica präsentierte seine neue CD in der Werkstatt der
Kulturen in Berlin
Carlos Bica & Azul - "Look What They've Done To My Song"
Das Trio ist geometrisch und musikalisch Symbol der Zuneigung. Linkerhand
lehnt sich Carlos Bica mächtig über seinen Bass. Er wendet sich
Eric Schäfer zu, der sich hinter seinem Schlagzeug aufrichtet wie
ein Yogi. Rechterhand krümmt sich Frank Möbus in Richtung des
Bandleaders. Niemand, der in diesem Augenblick nicht an die Figur des
Dreiecks denken muss. Dann der Klang! Voll Gesang von Carlos Bica, sanft
wie dessen krauses Haar und die gedrungene Gestalt. Voller Horizont des
Gitarrenprofessors Frank Möbus, Klangflächen, die uns weit in
unbekannte lockende Weiten tragen. Zuletzt der Drive... Eric Schäfer
beschwingt uns, verschafft uns Klarheit, wie es an seiner Stelle Jim Black
auf der neuen Trio-CD "Look What Theyve Done To My Song"
(ENJA) so großartig gelingt. Die Record-Release-Party in der Berliner
Werkstatt der Kulturen ist kein austauschbares Konzert-Ereignis. In diesem
Trio haben sich Musiker gefunden, die sich ergänzen, erweitern, bereichern.
Carlos Bica fällt schon deshalb positiv aus dem gängigen Rahmen,
weil er die Stärken des Latin-Jazz inszeniert, aber dessen Schwächen
vermeidet. Bica ist lyrisch und modern. Er setzt seinen Gefühlsstrom
direkt in den Kontext rockender und oszillierender Klanggebilde. Der spröde
Antipode Frank Möbus versorgt Bica mit Kraft durch Abstraktion und
Distanz zu Gefühlsduselei. Traurige Momente verwandeln sich in Reflexionen,
Liebeserklärungen in konzentrierte Stimmungsbilder. Öffentlich
wie kaum ein anderer Berliner Avantgardist drückt Bica seine Verbundenheit
mit dem Publikum und seinen Respekt vor den Mitmusikern aus. Der Portugiese
bekennt insbesondere seine langjährige Freundschaft zu Frank Möbus
und Schlagzeuger Jim Black, mit denen er seine CD eingespielt hat. Tatsächlich
ist der Einfluss der Band Azul auf Bicas Musik und auf seine Kompositionen
überdeutlich. Bica wäre allerdings nicht Bica, wenn er Rock
und Abstraktion allein das Feld überließe. Universitär
wertvollen und komplex harmonieversetzten Gitarrensoli im Tempo der Stalinorgel
folgen fühlbar schöne Fingerabdrücke auf dem Kontrabass,
die bei Banausen jene Balance wieder errichtet, die das vorhergehende
Ensemblespiel so perfekt verkörperte.
Al Weckert
Stereo:
Carlos Bica & Azul - "Look what they´ve done to my song"
Es ist wohl das Schwerste, wenige Worte zu machen und doch viel zu sagen.
Das internationale Trio des portugiesischen Bassisten Carlos Bica hat
eine reduzierte Sprache gefunden, die ungemein vielfältig Bescheid
sagt, und so Welten eröffnet, die man nicht oft hört. Zwischen
melancholischen Resten des Fado, dem Bica entstammt, tönen Fetzen
der Popkultur, finden die Drei eine Sprache, die sich modernster Mittel
bedient und doch souverän zurückfindet zudem, was im Kern der
Musik steckt: zum Dialog, zum gemeinsamen Ausdruck.
Musik-Check: *****
Hifi-Check: ****
Stephan Richter
Fono Forum:
Carlos Bica & Azul - "Look what they´ve done to my song"
Es ist wohl das Schwierigste, wenige Worte zu machen und doch viel zu
sagen. Musikalisch ist das schon lange eine Weisheit, die aber nur wenig
beherzigt wird. Das internationale Trio des portugiesischen Bassisten
Carlos Bica hat eine reduzierte Sprache gefunden, die ungemein vielfältig
Bescheid sagt, und so Welten eröffnet, die man nicht oft hört.
Zwischen melancholischen Resten des Fado, dem Bica entstammt, tönen
Fetzen der Popkultur, finden die Drei eine Sprache, die sich modernster
Mittel bedient und doch souverän zurückfindet zudem, was im
Kern der Musik steckt: zum Dialog, zum gemeinsamen Ausdruck. S.R.
Interpretation: *****
Klang: ****
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