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Presse: Carlos Bica & Azul - "Things About"

Eine immerwährende Unruhe

Carlos Bica e AZUL erreichen mit ihrem fünften Album den Höhepunkt der Läuterung, irgendwo zwischen Jazz, Pop und einer totale Ergebenheit zum Song Format.

Der Kontrabassist und Komponist Carlos Bica hat es im Laufe seiner Karriere geschafft eine beneidenswerte kreative Vitalität aufrecht zu erhalten, basierend auf einer immerwährende Unruhe. Ein Streben nach Gleichgewicht zwischen Form und Abstraktion, zwischen der Magie der Improvisation und den erhabenen Konturen eines Songs...Bica behauptet sich hiermit als einer der großen Namen des Europäischen Jazz.

O Público - Rodrigo Amado

Carlos Bica ist ein inspirierter Melodienmacher, Frank Möbus verfeinert die Melodien und Jim Black zeigt sein geniales Können als zarter Kolorist. Zusammen ist ihnen die ruhigste und lyrischste Platte des Trios AZUL gelungen...Bica hatte bereits unter Beweis gestellt einer der inspiriertesten Melodisten des Modernen Jazz zu sein. Hier jedoch erlaubt er sich eine Perle nach der andere zu erzeugen...Die CD endet mit "Sonho de uma Manhã de Outono", aber man hat Lust auf die Wiederholungstaste zu drücken und den ganzen Winter lang nichts anderes zu hören.

Beste Jazz CD des Jahres 2011 - Time Out Lisboa

Beste Jazz CD des Jahres 2011

Jornal "O Expresso"

I have to admit, I knew pretty much nothing about Carlos Bica until a few weeks ago. And then to find out this trio has been around for two decades made me feel pretty silly. But somehow Bica's Azul trio's new album, Things About (Clean Feed) really hit me. An album with a real sense of emotion and elegance that brims from the group's lyrical structure. It's unassuming at first, but as the disc moves forwards you begin to get sucked into the lovely tonal nature that each musician has created.

“Things About” feels like something America indie group, Low could have drawn up. It's a gentle midtempo piece that floats between folk, rock and jazz. Written by Bica and Mobus, who also share some beautiful interplay throughout the piece. Black adds soft touches as needed but also steps up the beat towards the end, giving the track some additional force.

There are times when Things About feels like the great trio records made by Gateway (John Abercrombie, Dave Holland and Jack DeJohnette). More for the mellow passages of the aforementioned than their uptempo fusion tracks. “Cancao Vazia” is one of those moments. A gentle piece that has traditional Portuguese qualities but also a sense of longing and adventure. Bica's bass wraps around you like a warm blanket. It's slow maneuvering but without this pace you can't fully digest the beauty of the material.

“2011” has a few distinct time signatures that help shift this piece beyond the normal jazz trio. It's rich with harmonics and patterns that definitely feel like an avant rock piece. Black and Bica change direction and improvise with real muscle, which also challenges the textured force of Mobus's performance. With “Sonho De Uma Manha De Outono” I may be again reminded of Gateway, only slightly. Bica delivers a well focused closing number that moves softly but embodies a number of different structured notes.

Maybe it was the time of day. Maybe it was the music I was listening to prior to this. Or maybe it was just the right time. But Things About is a quiet and richly diverse work that settled in after the first spin. For this newcomer to Carlos Bica, I have been completely blown away. I hope you are too. Highly Recommended.

jazzwrap.blogspot.com

Double bassist and composer Carlos Bica has carved out a jazz niche for himself with his inventive style of avant-lyrical jazz fused with Portuguese folk music. With Frank Mobus on guitar and Jim Black on drums, this is yet one more fantastic release. Their first album came 15 years ago, a nice long stretch to develop an empathic bond for each others sound and ideas. Things About is a pleasantly laid-back affair (for the most part), with Mobus's inquisitive guitar giving an eerie heard-but-not-seen, in-the-shadows effect, the footsteps echoing through Black's percussive accompaniment, as Bica prowls alongside both, close but just out of reach. On the Clean Feed label, which is often characterized by its artists love of dissonance; Bica has consistently applied a lighter touch to that aesthetic and has lately recorded albums drowned in tranquility. HIGHLY RECOMMENDED.

17 Dots, Jazz Picks by Dave Sumner

Carlos Bica ist ein Musiker der sich seit langem weigert Dinge zu tun die andere eventuell schon gemacht haben könnten. Trotz seines Erfolgs sowohl als Solist als auch mit seiner Gruppe Matéria-Prima, ist das Trio AZUL das wichtigste Ausdrucksmittel seiner Originalität... "Things About" - wieder einmal ein absolut nicht zu verpassendes Album von einem Musiker der auf die beste Art und Weise weiterhin die Ehre des nationalen Jazz verteidigt.

Paulo Barbosa - jazzxxiproject

Top 10 Jazz CDs 2011

Fakt ist dass Carlos Bica sein Trio AZUL - mit Frank Möbus und Jim Black - am Leben erhält und dass er niemals eine Platte herausbringt die weniger als außerondentlich ist. Noch einmal enttäuscht "Things About" unsere Erwartungen nicht und zeigt Bica als einen beneidenswerten Melodienmacher.

lojadupondedupont.blogspot.com

"Things about" ist ein ordentlicher Beweis dafür, wie drei Virtuose Musiker in der Lage sind ihre Egos bei Seite zu legen in dem sie nur das Wesentlich spielen, im Dienst dieser musikalischen Gedichte.

musicaquecuelga.blogspot.com

Zurück zu den Wurzeln

"Things About" kehrt zu der klassischen Formel des Trios zurück. Der pure und melodische Klang des Kontrabasses von Bica trifft auf die gefeilte und wirksam nüchterne Gitarre von Möbus und die unerschöpfliche perkussive Kreativität Blacks.  Die Tonqualität des Trios entsprich detaillierten Perfektion, die wir von ihnen kennen. Nichts misslingt, individuell oder gemeinsam. Die improvisatorischen Momente  übersprühen von Ideen. Bica, Möbus und Black erfinden sich immer wieder neu und es gelingt ihnen auf intelligente Weise Klischees  zu umgehen...Ein wertvolles Rückkehren zu der bereits reich bestückten AZUL Diskographie.

Bodyspace - Nuno Catarino

Rätselhaft Anatomie des Erfolges: Inzwischen kommt die Suche nach Musik, die man einfach zum Niederknien schön finden muss, fast einen Abenteuer gleich. Der portugiesische Bassist und Komponist Carlos Bica unterhält seit 15 Jahren mit Azul ein Trio, das zu den farbenprächtigsten, dezentesten und spannendsten seiner Art zählt, aber nach anfänglichen Lobeshymnen in der Versenkung verschwand. Fünf CDs dokumentieren bislang die organische Zusammenarbeit Bicas mit dem Gitarristen Frank Möbus sowie dem Drummer Jim Black. Doch "Things About", Azuls Rückkehr nach fünfjähriger Abstinenz auf dem Clean- Feed-Label, setzt einen neuen Maßstab in Sachen Subtilität, Ideenreichtum und emotionaler Tiefe. Vergleiche mit Bill Frisells tönenden Ansichtskarten mögen auf den ersten Blick durchaus schlüssig erscheinen, würden aber dem beispiellosen Konglomerat aus Indie-Jazz, lyrischen Pop, dezentem Rock-Puls und portugiesischen Folklore-Elementen nicht einmal im Ansatz gerecht. Bica, Möbus und Black finden hier tatsächlich die Musik hinter der Musik. Sie berühren zärtlich die Sinne, verwandeln jeden der elf Songs in eine Geschichte, in ein Bündel wundersamer Weisen, bei der sich die Welt immer langsamer zu drehen scheint, bis sie irgendwann stillsteht. Kein Ton weit und breit. Nur Bass, Gitarre und ein Kratzen auf Snare und Becken. Der grandiose Triumph der Einfachheit.

Jazz thing - rk

Azul ist ein Trio der Farben. Jeder Musiker für sich steht für eine Ästhetik: Gitarrist Frank Möbus für dezent Avantgardeskes mit hintergründigem Witz, Kontrabassist Carlos Bica für großen, warmen Sound mit ausholender Raumbeherrschung, Schlagzeuger Jim Black für Polyrhythmik und extravagante Klangideen. Zusammen ergeben sie Azul und kreieren einen kammerjazzigen Erzählkosmos voller überraschender Nischen.

Ralf Dombrowski

Jazz Podium 3/2012 Interview

Carlos Bica — Streben nach Einfachheit (“Denk nicht darüber nach, was die anderen davon halten, sondern mach es, wenn Du es für richtig hältst.”)

  • “Was beim Hörer ankommt steht nicht auf dem Notenpapier.”
  • “Seit ich angefangen habe zu musizieren ist dieses Streben nach Einfachheit einfach da.”
  • “Manche fragen mich “Warum sagst Du Songs? Ein Song braucht einen Text.” Wenn ein Stück gut ist kann es eine Tiefe erreichen, die keinen Text benötigt.”

“Und doch schreiben wir nur ein einziges Lied im Leben.” Carlos Bica hat in seinem Leben ganz viele Songs geschrieben, und doch ist sein Satz wohlgewählt — und wohlplatziert. Er findet sich in seinem Geleitwort zu “Song Book”, einer Notenedition einiger seiner Kompositionen. An diesem einzigen Lied schreibt der portugiesische Kontrabassist schon seit über zwanzig Jahren, einmal mehr auch auf der neuen CD seines Trios AZUL (“Things About”, Clean Feed).

Wonach hast Du die Stücke im “Song Book” ausgewählt?

Einerseits waren es Kompositionen, die für mich persönlich wichtig waren und sind. Dann sollten die Stücke Songcharakter haben. Es sind ja sehr einfach gehaltene, klare Stücke. Diese Einfachheit ist wichtig, damit sowohl Profimusiker als auch Studenten sie spielen können. Ein Problem war, dass ich kein Computerprogramm für meine Partituren habe sondern normalerweise alles mit der Hand schreibe. Als Jazzmusiker ist man es ja gewohnt, dass vieles gar nicht notiert wird. Man erklärt den Geist der Komposition, ihre Dynamik und Artikulierungen direkt, schreibt es nicht auf. Das geht bei einem Songbook natürlich nicht. Es musste vieles neu geschrieben werden. Da hatte der Verlag einiges zu tun. Mir hat das Handgeschriebene dann aber gefehlt. Es war etwas kalt. Da bin ich auf die Idee gekommen eine Freundin einzuladen um Zeichnungen zu den Stücken zu machen. Ich bin jetzt sehr zufrieden. Es ist sehr schön geworden.

Du sagst Deine Musik sei &lquot;einfach&rquot;. Vieles was einfach klingt muss aber ja nicht einfach konstruiert sein.

Was beim Hörer ankommt steht nicht auf dem Notenpapier. Wenn man etwas macht, wo man gerne für sich ist, die innere Stimme herauskommt, dann kommt man auf eine Tiefe und erreicht damit dann auch das Publikum. Man kann auch mit komplizierter Musik Zuhörer erreichen, sicher, aber ich denke, dass man das Publikum letztlich nur durch diese Tiefe erreicht. Es ist natürlich leichter, wenn man eine Melodie hat, die man nachsingen kann. Wenn eine Melodie gut ist, brauchst Du nicht mehr viel Weiteres. Wenn jemand aus dem Konzert kommt und pfeift die Melodie ist das doch sehr schön.

Wo hat dieses Denken seine Wurzeln?

Das bin ich einfach. Das ist meine musikalische Persönlichkeit. Seit ich angefangen habe zu musizieren ist dieses Streben nach Einfachheit einfach da. Auch die Einstellung zum Klang und was er für eine wichtige Rolle spielt.

Manche fragen mich “Warum sagst Du Songs? Ein Song braucht einen Text.” Wenn ein Stück gut ist kann es eine Tiefe erreichen, die keinen Text benötigt. Es gibt genügend Stücke, die keinen Text haben und besser sind als welche mit Text. Bei einem Stück ohne Text ist die Fantasie des Hörers ganz anders angeregt.

Es hat nun einige Jahre gedauert bis Du wieder mit AZUL eine neue CD gemacht hast. Brauchte die Band diese Pause?

Es gibt da keinen Plan. Ich schaue bei neuem Material immer, wie es passt. Jetzt waren es vier Jahre, vielleicht sind es beim nächsten Mal nur zwei. Da gibt es kein System.

Du hast viele unterschiedliche Projekte: AZUL, Matéria- Prima, DIZ, Dein Duo mit dem Pianisten Joao Paulo und noch anderes. Nach welchem Prinzip entscheidest Du, für welchen Kontext das Material am Besten passt?

Das weiß ich meistens wenn ich es zusammenstelle. Manchmal probiere ich auch einfach ob es in einem bestimmten Kontext funktioniert. Wir sind in dem Trio zwar alle gleichberechtigt, aber Frank ist schon ein wichtiger Partner. Er ist quasi der Sänger der Gruppe. Er muss sich als erster wohlfühlen in den Stücken. Ich bin zwar der Bandleader und schreibe die Stücke, aber wir spielen als Band. Es ist ja nicht so, dass ich denen die Noten gebe und sie ihren Job erfüllen sollen. Jeder muss bei den Stücken wissen, wie er damit umgehen muss, was das Stück verlangt. Erst da fängt dann die Musik an. Damit das stattfindet muss ein Musiker das Stück adoptieren. Wenn das Grundbild klar ist kann es bei jedem Konzert wieder neu ausgestaltet werden. Auf diese Art und Weise versuchen wir die delikate Balance zwischen der Magie der improvisierte Musik und die klaren Konturen eines Songs zu erreichen.

Unsere musikalische Einstellung ist ein ständig wachsender Prozess. Als wir vor 15 Jahre unsere erste CD aufgenommen haben, herrschte eher eine traditionellere Spieleinstellung. Jetzt ist es anders, schwer zu beschreiben. Jeder bringt seine unterschiedliche Lebens und musikalischen Erfahrungen mit in die Band ein, aber trotzdem ist allen klar, dass, wenn wir spielen ein bestimmter Klang notwendig ist - der AZUL Klang.

Ihr habt diesmal keine Gäste mit dabei.

Es war keine bewusste Entscheidung gegen den elektro-akustischen Ansatz von “Believer”. Wenn ich eine neue Platte angehe frage ich mich natürlich, welches Format sie haben soll. Ich hatte auch schon ein paar Namen für eventuelle Gäste im Kopf. Aber es ist schwer das zu konzipieren ohne die Stücke gespielt zu haben. Als sich die dann konkretisiert haben, habe ich gedacht “Nein, warum eigentlich?” Mit DJ Illvibe (aka Vincent von Schlippenbach) ist es damals [für die vorletzte AZUL-CD “Believer”] ganz natürlich entstanden. Ich habe ihn einmal im &lquot;B-Flat&rquot; gehört, war total begeistert und 100%ig sicher, dass es klappt mit ihm. Wir haben gar nicht geprobt. Er ist einfach ins Studio gekommen, ein paar Stunden geblieben und wieder gegangen. Es war gelungen. Diesmal, nachdem wir angefangen haben zu proben, war mir klar, dass die Musik im Trio gut funktioniert. Es muss einen Grund haben, wenn man dann noch einen anderen Musiker dazu bittet, und der Grund war nicht da.

Folgen die Stücke einem roten Faden?

(überlegt) Die CD sollte eine ruhige Stimmung haben, auch wenn “Deixa pra lá” etwas rockiger ist. Aber das ist so ok., es ist wie einen Stein zu werfen in einen ruhigen See. Ich versuche sowohl Musik, die zum Träumen bringt als auch welche zu der man träumen kann zu thematisieren. Ich mag es, wenn ein Stück Poesie hat.

Die Stücke sind nicht sehr lang.

Es hat mit dem Songformat zu tun. Man macht ein Statement und sagt, was zu sagen ist. Punkt. Die Kollegen und ich sind uns einig, dass Improvisationen in diese Band nicht im Mittelpunkt stehen. In der Konzeption bzw. Kreation eines Stücks wird schon viel improvisiert, da müssen dann nicht unbedingt auch noch viele Soli sein. Eine Improvisation muss einem Stück eine zusätzliche Facette geben, sonst brauche ich sie nicht. Es muss eine Fortsetzung der Komposition sein, integriert ins Arrangement. Es gibt Stücke, die wie Jazzstandards eine Form haben über die man dann improvisiert. Wenn das nicht gut gemacht ist, dann wird es zum Klischee: Thema-Improvisation-Thema. Das interessiert mich nicht. Bei mir soll die Improvisation Teil des Ganzen sein. Das funktioniert am besten, wenn diese Teile kurz sind, und dadurch sind eben auch die Stücke kurz.

Deine Titelgebung wirkt manchmal durchaus programmatisch.

Ich bin froh, wenn ein Titel da ist und ich nicht so überlegen muss. Manchmal kommt dann aber doch etwas Interessantes dabei heraus, z.B. bei “Elle m&rquot;a dit (fait ce que tu veut mais fais-le bien)”. Dass heißt ja übersetzt: “Sie hat mir gesagt: mach was Du willst, aber mach es gut)”. Das hat mir einmal eine Freundin gesagt. Mir ist das immer im Gedächtnis geblieben, nach dem Motto. “Denk nicht darüber nach, was die anderen davon halten, sondern mach es, wenn Du es für richtig hältst.” Diesen Gedanken wollte ich nun auch musikalisch festhalten. Der Satz gehört zu meiner Lebensphilosophie.

Thorsten Meyer

Poesie ohne Worte: Carlos Bica & Azul entfalten abermals ihren Klangkosmos

Gut 15 Jahre existiert Azul schon, das Trio des in Berlin lebenden portugiesischen Kontrabassisten Carlos Bica. Weder die Besetzung mit Gitarrist Frank Möbus und Schlagzeuger Jim Black noch das Konzept haben sich geändert. Warum auch? Viel zu gut und einmalig ist diese auf ungewöhnliche Weise Pop, Folklore und Jazz zu etwas Eigenem fusionierende Musik auch auf dieser erst fünften CD der Band. Wieder klingt das äußerst entspannt, mild und wie eine harmonische Endlosschleife des Einfachen, das schwer zu machen ist. Es klingt nach Meer, nach Sommer, nach einer meditarranen Brise, in der sacht die Wellen spielen.

Diese auf der Achse Lissabon-Berlin-New York gewachsene Musik verbreitet einen ausgemachten Wohlfühlfaktor und produziert hohes sinnliches Vergnügen. Man hört elf eingängige Songs ohne Worte, doch voller Poesie. Wundervolle Melodien werden in diesem austarierten und emotional aufgeladenen Klangkosmos zwischen den Beteiligten hin und her gereicht, gedreht und gewendet in einem großen Schwelgen, das sich Zeit lässt und doch nicht auf der Stelle tritt.

Carlos Bicas Bass singt dunkel und sonor. Frank Möbus zelebriert transparent seine Linien, lässt Raum zwischen den Tönen oder schichtet sie zu ausgewogenen Klangflächen. Jim Black demonstriert geradezu lehrbuchhaft, wie man mit Drive, Puls und delikaten Rhythmen eine Band nuanciert am Laufen hält, ohne laut in den Vordergrund zu drängen. Drei exzellente Improvisatoren, die gelegentlich auch das Tempo anziehen, ordnen sich ohne Muskelspiel oder autoritäres Gehabe zum Gruppenklang. Alles fließt, fragil verträumt und doch mit Nachdruck, voller Wärme, Timing und kluger Heiterkeit, dass es immer so weitergehen könnte.

Eine Azul-CD sollte man besitzen. Mindestens. Diese sei nachdrücklich empfholen.

Jazz Podium — Ulrich Steinmetzger

... Black holds down the drum stool on Things About, the fifth release from the longstanding trio Azul, an assured vehicle for responsive interplay around Portuguese bassist Carlos Bica's lovely tunes. Black epitomizes delicacy and judiciousness, largely keeping time on brushes for most of the session, with just intimations of his latent potential in his idiosyncratic fills and bustling rattles. Bica projects a deeply enveloping sound and gives every note just the right amount of weight, as heard in his tasteful solos on the relaxed title track and the mournfully nagging “Cancao Vazia”. Frank Möbus' electric guitar never overpowers, as he takes a string of graceful chiming solos in a rich warm singing tone with horn-like single-note lines.

Separated from schmaltz by the intelligence of the guitar lines and the delicate poise of the bass and drums, an elegant simplicity pervades the set.

John Sharpe, nycjazzrecord

Azul ist ein Trio der Farben. Jeder Musiker für sich steht für eine Ästhetik: Gitarrist Frank Möbus für dezent Avantgardeskes mit hintergründigem Witz, Kontrabassist Carlos Bica für großen, warmen Sound mit ausholender Raumbeherrschung, Schlagzeuger Jim Black für Polyrhythmik und extravagante Klangideen. Zusammen ergeben sie Azul und kreieren einen kammerjazzigen Erzählkosmos voller überraschender Nischen.

Musik: ***** / Klang: ****

Ralf Dombrowski, Audio

Portuguese bassist-composer Carlos Bica forged his intimate, ethereal chemistry with the Bill Frisell-inspired German guitarist Frank Möbus and the adventurous American drummer Jim Black more than 15 years ago. On their fifth recording together, they blend heartfelt folkloric melodies with avant-garde shadings to stirring effect, as heard on Bica originals like the somber “Say a Wish,” the edgy title track (co-written with Möbus) and the darkly delicate “Horses.” The bassist reserves his most lyrical playing for João Paulo's “Canção Vazia” and reveals his considerable bowing technique on “2011.” Black plays percussive colorist on his unaccompanied “Flow,” then rocks frantically on “Deixa Pra Lá,” which has Möbus skronking with distortion-laced vengeance. They close on a peaceful note with “Sonho de Uma Manhã de Outono.” A rare, rewarding encounter.

Bill Milkowski, JazzTimes

 
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